Austernpilze züchten – Alles, was Du darüber wissen musst!

austernpilze züchten

Der Austernpilz (Pleurotus ostreatus) oder auch Austernseitling ist ein sehr beliebter Pilz. So ist er sehr wohlschmeckend und hat deshalb auch unter anderem den Name Kalbfleischpilz, was von seinem Aroma herrührt. So enthalten Austernpilze beispielsweise die Vitamine B1, B2 und auch Folsäure. Wenn Du Austernpilze züchten möchtest, ist dies nicht schwer. Du musst nur ein paar Dinge einfache beachten; dann wirst Du schon bald Deine erste Ernte haben.

  1. Shiitake auf Holz züchten
    1. Kurzanleitung: Shiitake auf Holz
  2. Shiitake auf Substrat und Kaffeesatz
  3. Sterilisation des Substrates
  4. Substrat beimpfen
  5. Shiitake Ernte

Austernpilze züchten auf Holz-Substrat

Austernpilze wachsen in der Natur meistens an Laubbäumen. Dabei bilden sie Trauben, die aus zahlreichen Exemplaren bestehen. Ihr Standort in der Natur verrät uns auch, auf welchen Nährmedien man Austernpilze züchten kann. Da sie sehr widerstandsfähig sind, kann man Austernseitlinge auf vielen verschiedenen Nährmedien züchten. Zu den Hölzern, die sich für Zucht eignen gehören:

  • Buche
  • Eiche
  • Erle
  • Esche
  • Pappel
  • Weide

Ebenfalls geeignet als Nährmedium für Austernpilze sind Stroh, Heu, Kaffeesatz und Pappe. Wenn Du Austernpilze auf Kaffeesatz züchten möchtest, solltest Du den Kaffeesatz ein paar Tage lang sammeln, bis Du eine ausreichende Menge hast. Damit er nicht anfängt, zu schimmeln kannst Du ihn in der Gefriertruhe aufbewahren.

Austernpilz Holz-Substrat herstellen

Wenn Du Holzspäne für das Substrat verwendest kannst Du es mit zusätzlichen Nährstoffen ein wenig aufwerten. Hierfür eignet sich beispielsweise Weizenkleie. Eine Mischung aus Spänen und Kaffeesatz eignet auch sehr gut, da der Kaffeesatz noch viele organische Stoffe enthält.

Mit zwei Dritteln Holzspänen und einem Drittel Weizenkleie sorgst für ein starkes Wachstum der Pilze. Wenn Du ganze feine Sägespäne nimmst, solltest Du noch etwas dazumischen, womit Du die Konsistenz ein wenig auflockern kannst. Dafür eignen sich beispielsweise Hackschnitzel.

Als weitere Ergänzung benötigst Du noch 1 – 2 % Kalk und Gips. Damit senkst du den PH-Wert und verringerst das Risiko, dass sich Mikroorganismen darin ansiedeln. Zudem verbessert sich dadurch auch das Wachstum des Myzels.

Die Zutaten werden vermischt und über Nacht in Wasser eingeweicht. Anschließend solltest Du die Masse gut abtropfen lassen. Ein beliebter Trick unter Hobby-Pilzzüchtern ist der Taschentuch-Trick. Dabei nimmt man etwas Substrat und presst es in einem Taschentuch zusammen. Ist es nur leicht feucht, dann ist das Substrat trocken genug.

Das Ganze kommt nun in einen Mikrofilterbeutel und in einen Behälter, der Temperaturen bis 120° C standhalten kann. So kannst Du beispielsweise ein Gurkenglas nehmen und in Deckel ein paar Löcher bohren.

Jetzt müssen die Behälter mit dem Substrat noch abgekocht werden, um Keime im Substrat abzutöten. Im Idealfall verwendest Du dafür einen Schnellkochtopf. Dieser erzeugt im Inneren Temperaturen um die 120° C. Die ‘Kochdauer’ sollte mindestens 2 Stunden betragen. Je größer der Substrat-Block ist, umso länger sollte er sterilisiert werden.

Anschließend muss das Substrat natürlich abkühlen auf Zimmertemperatur. Dann ist es bereit für das Beimpfen.

Austernpilz Substrat beimpfen

Nachdem das Substrat abgekühlt ist, kannst Du es beimpfen. Am besten geeignet ist dafür Roggenbrut. Du kannst aber beispielsweise auch Impfdübel dafür nehmen. Das Wichtigste ist, dass die Umgebung möglichst sauber ist. du solltest daher den Tisch, auf dem Du arbeitest mit Desinfektionsmittel reinigen. Auch Deine Hände solltest Du reinigen.

Lege Dir jetzt den sterilisierten Substratblock und die Roggenbrut bereit. Dann öffnest du den Substratblock und gibst ein wenig Roggenbrut dazu. Mit 10 bis 20 Prozent Roggenbrut sollte der Substratblock in wenigen Wochen mit Austernpilz-Myzel durchwachsen sein. Während des Vorgangs solltest Du möglichst nicht sprechen und am besten auch die Luft anhalten (oder einen Mundschutz tragen). Wenn Du fertig bist, verschließt Du den Mikrofilterbeutel so, dass Du auch Luft darin eingeschlossen wird. Jetzt wird der Beutel mit einem Vakuumiergerät verschlossen. Überprüfe danach, ob die Verschlussnaht auch wirklich luftdicht ist.

Austernpilze: Standort

Austernpilze mögen es eher kühl. Um Fruchtkörper auszubilden benötigen sie Temperaturen zwischen 7° und 18° Celsius. Um die Fruchtung auszulösen, sind Temperaturen von unter 11° Celsius nötig. Ein gut ausgebildetes Myzel ist sogar winterhart.

Dementsprechend kannst Du Kalbfleischpilze beispielsweise an einem schattigen Ort im Garten züchten. Alternativ dazu sind auch der Balkon oder der Keller dafür geeignet.

 Tipp: Mit einer durchsichtigen Kunststoffbox kannst Du ein kleines Pilz-Gewächshaus bauen. Bohre dazu in den Deckel und am oberen Bereich der Seiten ein paar Löcher rein. Anschließend kannst Du den Boden noch Mit Ton-Granulat bedecken und befeuchten. Darin kannst Du dann Deine Austernpilze züchten.

Pleurotus Ostreatus bildet sehr viele Sporen, die man nicht einatmen sollte. Sie können dann nämlich gesundheitliche Probleme verursachen. Da Austernpilze auch eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen (85 bis 90%) bietet es sich an, das Substrat in einem Mini-Gewächshaus zu platzieren. Alternativ dazu geht auch ein Pop-Up Gewächshaus oder ein Pilzzuchtbag. So können sich die Sporen nicht im ganzen Raum verteilen und die Pilze haben genügend Luftfeuchte.